Hast Du ein “Markenzeichen”?

Coco Chanel hatte es. Karl Lagerfeld hat Es. Anna Wintour auch. Bei Diana Vreeland lassen sich ihre “Schaffensperioden” daran erkennen. Das Markenzeichen: ein Kleidungsstück, ein Accessoire, eine Frisur, – kurz etwas, das Dir einen Wiedererkennungswert verpasst.

Was hast Du immer dabei? Sonnenbrille? Die gleiche Handtasche jeden Tag? Halstuch oder Schal? trägst Du nur grüne Pullover? Die Möglichkeiten sind unendlich!

Es sollte etwas sein, dass Dich repräsentiert, nichts aufgesetztes. Wenn Du es spielst, merkt jeder, dass irgendwas nicht ganz richtig ist. Du mußt Dich nicht heute oder morgen für eines entscheiden, und für immer dabei bleiben. Lass Dir Zeit, überleg es Dir gut. Wenn Du Dich entschieden hast, behalte es für eine Weile bei und schau, was passiert.

Und vielleicht hast Du ja “Schaffensperioden”, wie Diana Vreeland.

Eleganz ist Verweigerung

Das hat Diana Vreeland, die legendäre Chefredakteurin von Harper´s Bazaar gesagt: “Elegance ist Refusal”. Verweigerung von was?

Zum Beispiel, die Verweigerung von Trends, die nicht gut an Dir aussehen. Oder Farben, die Dir nicht stehen. Das Tragen von Schuhen, in denen Du weder stehen noch gehen kannst – und wenn sie noch so chic und “in” sind. Kurz: die Verweigerung von allem, was Dir Stil- und Modetechnisch nicht in den Kram passt

Was soll daran stilvoll sein? Nun ja, die persönliche Auswahl. Diese persönliche Auswahl reflektiert Dich als Person, Dich ganz allein, um es noch einmal ganz deutlich zu sagen: DICH. Eine gute Wahl, alle anderen Personen sind ohnehin schon da.

Was das nun mit dem Beitrag von letzter Woche zu tun hat? So ziemlich alles! Im eigenen Kleiderschrank zu Hause zu sein und sich selbst dort wieder zu erkennen ist praktisch die Grundlage für jeden persönlichen Stil. Der persönliche Stil hat ja auch oft etwas uniformartigesKarl Lagerfeld wird an seinem Outfit sofort erkannt. Nie trägt er etwas anderes. Sein Stil beruht darauf, das Alter auszublenden, das ist seine Marke. Genauso Coco Chanel. Immer, vor allem wenn sie “im Dienst” war, trug Sie ihr berühmtes Kostüm mit unmengen von Perlenketten. Sehr oft auch mit Hut – sie war ja ursprünglich Modistin. In der Freizeit trug sie gerne weite Hosen und einfache Pullis. Die Perlenketten und der Hut blieben. Sie hatte also mehr oder weniger zwei Uniformen, eine für die Arbeit und eine für die Freizeit, auch das ist eine Variante. Ein aktuelles Beispiel wäre Amy Winehouse. Die Beehive-Frisur und den auffälligen Lidstrich hat sie jeden Tag getragen. Dazu bei Auftritten Kleider und Highheels und für den Alltag Poloshirts und Jeans oder Hotpants mit Ballerinas. Immer erkennbar, unverwechselbar.

Ihr versteht was ich meine? Der persönliche Stil ist mein Markenzeichen, er macht mich unverwechselbar und wiedererkennnbar. Coole Sache, oder?

Shop Your Closet – Bestandsaufnahme

Wo beginnen wir also das neue Jahr? Im eigenen Kleiderschrank.

Wie sieht es da aus? Aufgeräumt oder ein wildes Durcheinander? Hast Du den Überblick und weißt, was da ist, oder machst Du oft Überraschungsfunde?

Wenn Dein Schrank aufgeräumt und übersichtlich ist, wunderbar: Du kannst Dich sofort an die Bestandsaufnahme machen und feststellen, was Du hast, was Du im letzten Jahr getragen hast und was nicht, und wenn Du etwas nicht trägst, woran es liegen könnte.

Wenn Dein Kleiderschrank ein unübersichtliches Chaos ist: ab ans Aufräumen! Alles heraus, alles ansehen, alles anprobieren, alles was nicht passt oder irreparabel kaputt ist sofort aussortieren, den Rest übersichtlich zurück in den Schrank hängen und legen. Die Bestandsaufnahme kann dann gemeinsam mit dem Aufräumen erfolgen.

Es ist aufgeräumt, und du weißt, was da ist, und was Du trägst? Wunderbar! Auf diesem Wissen kannst Du jetzt aufbauen. Als erstes sehen wir uns die Dinge an, die Du nicht trägst. Die nimmst Du jetzt wieder aus dem Schrank und überlegst Dir bei jedem einzelnen, woran es liegt:

  • es ist irgendwie unbequem – wenn das ein Schneider (oder Du selbst!) ändern kann: machen lassen; wenn nicht oder wenn es nicht lohnt: weg damit – verschenken oder verkaufen
  • es passt irgendwie zu nichts von den anderen Sachen – entweder etwas passendes besorgen oder weg damit – siehe oben
  • es ist kaputt – wenn es reparabel ist und ein geliebtes Teil: reparieren (lassen) und behalten; wenn nicht: entsorgen
  • ich fühle mich in der Farbe nicht wohl – weg damit, Du wirst es nie tragen (verschenken oder verkaufen)
  • es ist ein Designerstück und war sehr teuer – wenn Du es nicht trägst und nicht ändern lassen kannst, es aber aufheben willst, nimme es aus dem Schrank und bring es irgendwoanders unter (Gratulation! Du hast soeben dein eigenes Modearchiv eröffnet!) – wenn Du es nicht unbedingt aufheben willst: verkaufen
  • es war ein Geschenk – auch hier gilt: wenn Du es nicht trägst und nicht ändern lassen kannst, aber es aufheben willst, ab ins Modearchiv – sonst: verschenken oder verkaufen
  • es ist alt und eigentlich total zerschlissen, aber ich hab es so gerne getragen – such einen perfekten Ersatz dafür; das ursprüngliche Stück darf gerne ins Modearchiv, wenn Du das nicht willst wirf es weg.
  • auch das Modearchiv darf einmal im Jahr durchgesehen und editiert werden!

Wir haben jetzt alle Voraussetzungen für ein erfolgreiches Stiljahr 2019 geschaffen! Nächste Woche machen wir weiter!

New Year, New You

Dieses Thema habe ich schon im Vorjahr behandelt: http://gnomettedejardin.at/?p=756
Und auch dieses Jahr ist es wieder aktuell. Ein neues Jahr ist immer eine Gelegenheit für ein Review – fast alle Sachen, die auf den Fotos vom Vorjahr zu sehen sind, gibt es noch. Ein paar Schuhe hat das zeitliche gesegnet und ein hellgraues Kleid auch. Einige Sachen sind dazu gekommen, aber grundsätzlich sind meine Vorlieben noch immer die gleichen. Violette Ohrringe hab ich übrigens inzwischen gefunden.

Was bringt das neue Jahr im Stylecoaching?

  • Gemeinsam mit meiner Kollegin und Freundin, der Visagistin und Farb-/Stil- und Imageberaterin Susanne Molnar werde ich Brautcoaching anbieten. Was ist das? Die ganzheitliche Begleitung der Braut (und auf Wunsch auch ihrer Trauzeuginnen) bis zur Hochzeit – Kleid, Blumen, Make-Up, Frisur, Accessoires, …
  • Ein größeres Angebot von Workshops zum Thema Farbe und Stil
  • Fortbildung zum Thema Make-Up
  • Fortbildung zum Thema Farbe und Innenarchitektur

Ich freue mich auf ein spannendes Jahr 2019!

Stil und Wirkung – der Umgang mit den 4 Stiltypen

So da stehen wir nun und wissen, da sind 4 Stiltypen. Was jetzt? Wie stehen wieder einmal vor der Frage wer bin ich, und wenn ja wie viele. Und dann weiter vor der Frage: und was mach ich jetzt damit?

Gleich als erstes: die wenigsten Menschen repräsentieren nur einen Stiltyp. Viele von uns sind “Mischtypen” – ich selbst zum Beispiel bin zu 50% Klassisch, zu 30% Extravagant und zu 20% Feminin. Gut so, ich bin nicht alleine mit meiner Schizophrenie 🙂 – eine gute Mischung trifft möglicherweise auch auf Sie zu. Was eher nicht der Fall ist, ist dass Sie alle 4 Typen repräsentieren. Versuchen Sie auch nicht, zu viele Stile gleichzeitig zu tragen, das wirkt meistens wahllos. Beobachten Sie sich selbst: was könnte auf Sie zutreffen? Sind Sie eher der Klassiker? Eher Sportiv? In welchem Mischungsverhältnis? Was ist wichtig für Sie? Form und Funktion? Ästhetik? Korrektheit? Auffälligkeit?

 

Versuchen Sie das Mischungsverhältnis in Prozenten auszudrücken und diesen Prozentsatz auf Ihre Kleidung umzulegen. Das ist zu theoretisch? Lassen Sie mich es anhand eines Beispiels erklären: Der klassische Blazer, den wir fast alle hin und wieder für berüfliche Anlässe brauchen:

Sie sind ein rein klassischer Typ: Ihr Blazer ist korrekt geschnitten, aus hochwertigem Material und hochwertig verarbeitet. Sie legen keinen Wert auf Deko, Schnickschnack oder extravagante Formen.

Sie sind ein sportiver Typ: Ihr Blazer ist aus pflegeleichtem Material, das Sie evtl. sogar selbst zu Hause waschen können. Auch Ihr Stück ist einfach gehalten, Sie legen vielleicht Wert auf Taschen bzw. Innentaschen, damit Sie nicht auch noch extra eine Tasche mitnehmen müssen. Ihr Rucksack macht sich bei beruflichen Anlässen ohnehin nicht so gut.

Sie sind ein extravaganter Typ: Ihr Blazer mag eine klassische Farbe haben, aber er könnte asymmetrisch geschnitten sein. Oder Details aus außergewöhnlichen Materialien haben, wie zum Beispiel Kragenblenden aus Lackleder oder Neopren. Wenn Sie extravagant-feminin sind, könnte Ihr Blazer Spitzeneinsätze haben. Auf jeden Fall einen Tick ins außergewöhnliche.

Sie sind der feminine bzw. detailgetreue Typ: feminine Damen mögen stark taillierte Formen, runde Krägen oder Schalkrägen, vielleicht eine Schößchenjacke. Detailgetreue Herren legen, wie die Bezeichnung des Stiltyps schon sagt, Wert auf Details. Zum Beispiel andersfarbig gearbeitete Knopflöcher oder besondere Knöpfe. Auf jeden Fall achten auch Sie auf hochwertige und/oder besondere Materialien.

 

Sie sehen die Vielfalt! Immer handelt es sich um einen Blazer, der zu beruflichen Anlässen getragen wird – aber die Aussage des Kleidungsstückes variiert für jeden Stiltyp.

Was tut der Mischtyp? Er versucht seine ureigenste “Mischung” in seinen Stil zu integrieren. Anhand von Material, Form, Muster, Details, Accessoires etc. Wie könnte das für den Blazer aussehen?

Wenn Sie zum Beispiel der klassisch-extravagante Typ sind: Sie wählen eine klassische Blazerform – aber aus einem außergewöhnlichen Material wie Leder. Oder in einer außergewöhnlichen Farbe, wie pink oder smaragdgrün. Oder gar zweifarbig.

Wenn Sie sportiv-feminin sind könnten Sie einen funktionalen Blazer mit einem femininen Accessoire wie zum Beispiel einer Blumenapplikation wählen.

Sie sehen was ich meine?

Versuchen Sie, “Ihre” Mischung herauszufinden, ihre Mischung in Prozentsätzen festzuhalten und Ihre Looks anhand dieser Prozentsätze zusammenzustellen. Seien Sie kreativ, lassen Sie sich überraschen!

Stil und Wirkung: feminine und detailgetreue Stiltypen

Sie sind betont weiblich, entweder mädchenhaft oder sinnlich? Als Herr mögen sie verspielte Details und/oder Schmuck? Sie könnten der feminine (Damen) oder detailgetreue (Herren) Stiltyp sein! Hier unterscheiden sich Damen und Herren – der feminine Stiltyp bei der Dame und der detailgetreue Stiltyp beim Herren entsprechen sich zwar, sind aber getrennt zu behandeln.

Zuerst zu den Damen: der feminine Stiltyp

Sie wählen weiche, fließende oder auch zarte, transparente Materialien wie zum Beispiel Samt, Seidensatin, Organdy, Organza, Spitze oder Voile. Schnitte und Formen sind rund, fließend, Taillen- und/oder Decolleté-betonend. Sie mögen Volants, Applikationen, Spitzeneinsätze und Sie bevorzugen Kleider oder Röcke.

Bei Accessoires gilt für Sie: zierlich und an den richtigen Stellen. hängende (Glitzer-)Ohrringe, Kettenanhänger im Ausschnitt, Blumenbroschen. Schuhe und Taschen dürfen ebenso aus weichen, zarten Materialien bestehen: Wildleder, Samt, Spitze, Satin. Ballerinas, Riemchensandaletten, zarte Stiefeletten mit Spitzeneinsätzen, auch bei Ihrem Schuhwerk mögen Sie den femininen Touch. Bei Hamdtaschen darf es ein Samt- oder Wildlederbeutel sein, auf jeden fall bevorzugen Sie eine runde, weiche Form.

Bei Farben bevorzugen Sie vielleicht Helles oder Pastelltöne  – Rosa, Mint, Hellgelb, Hellblau, Cremtöne,… – oder auch Rot und Schwarz; ganz nach Laune und Anlass.

Muster werden neben unifarbenen Sachen gerne genommen, sie müssen aber fein, kontrastarm, weich gezeichnet und in dezenter Ausprägung sein. Kleine Punkte oder Maschen, Millefleur-Muster, Aquarellmuster wären das richtige für Sie.

Schmuck lieben Sie: dezent, weiblich und an den richtigen Stellen. Feine, aber lang hängende Ohrringe, ein einzelner Anhänger im Decolleté, Armreifen oder Armbänder, alles ist möglich, aber auch hier gilt: zart, weiblich, evtl. transparent.

Das gleich gilt für die Frisur. Weich, fließend, gewellt, gerne auch aufgesteckt. Die Haare werden gerne lang getragen, die Frisur darf auch für besondere Anlässe gerne aufwändig sein. Haarfarben werden eher dezent gewählt.

Der detailgetreue Herr:

Sie wählen seltene, edle, aufwendig verarbeitete Materialien, eventuell strukturierte Materialien – zum Beispiel Kravattenseide, Baumwolle mit gewebten Mustern, Cordsamt. High-Techn ist nicht unbedingt Ihr Ding, sie bevorzugen Naturmaterialien.

Accessoires sind wichtig für Sie: aufwändig verarbeitet, selten, gerne auch ein bisschen auffällig. Gürtel mit besonderen Schnallen, handgearbeitet Schuhe, evtl. aus Flechtleder oder Tassle-Loafers, gerne auch in nicht ganz alltäglichen Farben, Uhren mit sondergefertigten Lederarmbändern, gemusterte Seidenschals oder Gilets, die Auswahl ist für Sie unendlich. Sie tragen auch Fliegen und Hosenträger, vielleicht sogar farbig gemusterte Seidensocken.

Bei Farben bevorzugen Sie dezente, gedeckte Töne. Wenn es einmal bunter wird bleibt es insgesamt eher Ton-in-Ton und damit ruhiger.

Muster werden neben unifarbenen Sachen gerne genommen, sie mögen Prägemuster, Flechtmuster, Motivdrucke, Applikationen. Sie achten auf Details: ein Paisleymuster auf der Innenseite Ihrer Hemdmanschetten, passend zum Gilet, das Sie gerade tragen wäre ein gutes Beispiel.

Schmuck lieben Sie, gemauso wie Ihr weibliches Pendant: seltene Stücke, besonders in der Verarbeitung. Das dürfen Ringe, Uhren, Armbänder sein, bei jüngeren Herren vielleicht sogar ein dezenter Ohrring.

Ihr Haar tragen sie weich, fließend und verspielt. Sie mögen auch verspieltere Bartvariationen, aber nie so extrem wie der extravagante Stiltyp.

Zum Schluß noch zwei bekannte Beispiele für den femininen bzw. detailgetreuen Stiltyp: Miriam Weichselbraun und Hansi Hinterseer

       

Stil und Wirkung: der extravagante Typ

Sie fallen gern auf und sind mitunter provokant? Sie tragen wohlüberlegte Looks und extremes Make-Up? Sie mögen auffällige, nicht alltägliche Materialien? Sie könnten der extravagante Stiltyp sein!

Der extravagante Stiltyp ist immer ein bisschen extrem. Auffallen macht Ihnen Spaß, sie sind dramatisch, sie stehen gerne im Mittelpunkt. Oder Sie sind extrem zurückhaltend um still – sehr unnahbar. Auch das kann extrem dramatisch wirken.

Diese Haltung spiegelt sich auch in Ihrer Bekleidung und Ihren Accessoires wider:

Sie wählen auffällige, ungewöhnliche Materialien wie Lackleder, Neopren, extrem glänzende oder extrem texturierte Stoffe. Schnitte und Formen dürfen extrem kompliziert sein – fast wie Origami – oder extrem simpel. Sie sind gerne ein bisschen provokant und passen sich nicht unbedingt dem Dresscode und / oder den Erwartungen an.

Bei Accessoires gilt für Sie: so auffällig wie möglich. Wenn es exotisch, aufregend, extrem in Farbe und Form ist, sind Sie dabei. Oder Sie sind das extreme Gegenteil und tragen gar keine Accessoires – Damen nicht einmal Handtaschen. Schuhe und Taschen dürfen aber ungewöhnliche Formen haben und aus ungewöhnlichen Materialien bestehen – Holz, Metall, Plastik, Recyclingmaterial, etc. – was zweckentfremdet werden kann wird benutzt.

Entweder lieben Sie Farben und tragen auch gerne ungewöhnliche Kombinationen – Rot mit Rosa, Violett mit Orange, alles ist möglich. Oder Sie tragen nur Schwarz. Oder nur Rot…

Muster werden neben unifarbenen Sachen gerne genommen, sie müssen aber unbedingt auffällig, kontrastreich, extrem groß oder extrem ungewöhnlich sein. Pop-Art-Muster, extrem grafische Muster, überdimensionale Blumen oder Karos in starken Kontrasten, Kunstprints.

Schmuck kann für Sie das A und O sein. Auch hier gilt: extrem, auffällig, gerne zweckentfremdet. Oder Sie verwenden überhaupt keinen – hauptsache extrem!

Die Frisur darf gewagt sein. Sowohl in der Farbe als auch im Schnitt. asymetrisch, sehr kurz oder sehr lang, sehr glatt oder sehr lockig. Das gleiche gilt für Ihr Make-up: extrem bunt, oder extrem grafisch, nur Schwarz, Weiß und Rot – hauptsache extrem und auffällig.

Der extravagante Stiltyp hat wie der sportive oft ein Problem: sein bevorzugter Look ist für viele Berufe nicht geeignet, vor allem im seriösen Bereich wie Banken, Versicherungen oder Anwaltskanzleien. Im sozialen Bereich ist er meistens nicht angebracht, aber auch im Verkauf ist der extravagante Look nur adäquat, wenn er zum angebotenen Produkt passt. Extravagenten Typen fällt es nicht immer leicht sich anzupassen, sie suchen daher immer Wege und Möglichkeiten, Ihre wahre Persönlichkeit auch in den Berufslook einfließen zu lassen – sonst würden sie sich unwohl und verkleidet fühlen.

Zum Schluß noch zwei bekannte Beispiele für den extravaganten Stiltyp: Amy Winehouse und Johnny Depp

Stil und Wirkung: der sportive Stiltyp

Sie sind sportlich, fröhlich und viel unterwegs? Sie tragen eine unkomplizierte Frisur und wenig oder gar kein Make-Up? Sie bevorzugen unkomplizierte, pflegeleichte Kleidung? Sie könnten der sportive Stiltyp sein!

Der sportive Stiltyp ist natürlich / leger und eher praktisch veranlagt. Sie oder er wirken meistens fröhlich und unkompliziert, niemals zu auffällig oder übertrieben gestylt. Sie oder er sind ein gutgelaunter, unkomplizierter Kumpeltyp und fühlt sich in der freien Natur oder beim Sport wohl, gerne in Gesellschaft von Freunden oder SportpartnerInnen.

Diese Haltung spiegelt sich auch in Ihrer Bekleidung und Ihren Accessoires wider:

Sie wählen praktische, pflegeleichte Materialien wie Baumwolle, Funktionsfasern der Sportmode, Goretex oder aber auch Leder. Sie bevorzugen unaufwändige, praktische Schnitte und Formen – sowohl bei Bekleidung als auch bei Accessoires. Sie tragen gerne Jeans, Cargohosen, Windbreaker, Anoraks, T-Shirts, Teamsweater, Holzfällerhemden und tatsächliche Sportbekleidung (weil sie vom Sport kommen/zum Sport gehen).

Bei Accessoires gilt für Sie: nur wenn es notwendig und funktional ist, nichts Überflüssiges soll Sie stören. Das kann zum Beispiel eine Funktionsuhr sein, ein Strinband, ein Schal und/oder eine Mütze wenn es kalt ist. Das gilt sowohl für Damen als auch für Herren – bei dieser Stilrichtung ist viel unisex. Sie tragen am liebsten Sneakers oder Trekkingschuhe, im sommer auch Sportsandalen. Als Taschen kommen Rucksäcke oder sportliche Cross-Body-Bags in Frage, auch hier gilt: Funktionalität ist das Wichtigste.

Sie lieben Farben und tragen auch gerne buntes oder leuchtend gemustertes – Rot, Blau, Grün, Gelb, alles ist möglich. Sogar Neongelb oder Orange. Das unterstreicht Ihren fröhlichen, unbekümmerte Typ.

Muster werden neben unifarbenen Sachen gerne genommen, dürfen aber nicht zu verspielt oder unregelmäßig sein. Bunte streifen oder Karos auf Oberteilen, Hemden oder auch Rucksäcken/Taschen machen Ihnen Freude.

Schmuck ist für Sie keine Priorität. Auch hier gilt: nur wenn es praktisch oder funktional ist, wie zum Beispiel eine Funktionsuhr oder ein Halskette mit einem Pulsmesser oder einem Schrittzähler (ja, sowas gibt es).

Die Frisur ist wie Sie selbst: praktisch, unkompliziert, pflegeleicht. Ein Fall für “wash-and-go” – Sie wollen sich nach dem Duschen nicht föhnen oder stylen müssen. Das Haar wird entweder kurz getragen oder lange genug, um aus dem Gesicht gebunden werden zu können, damit es nicht zum Störfaktor wird.

Der sportive Stiltyp hat oft ein Problem: sein bevorzugter Look ist für viele Berufe nicht geeignet, vor allem im seriösen Bereich wie Banken, Versicherungen oder Anwaltskanzleien. Aber auch im Verkauf ist der sportive Look nicht immer adäquat. Daher werden viele sportive Stiltypen im Berufsalltag zum klassischen Typen – auch dieser Stil ist unprätentiös und einfach.

Zum Schluß noch zwei bekannte Beispiele für den sportiven Stiltyp: Christina Stürmer und Owen Wilson

      

Stil und Wirkung: der klassische Stiltyp

Sie sind eher der zurückhaltende und kühle Typ? Sie tragen eine zeitlose Frisur und Zeitloses Make-Up? Sie sind den von Ihnen favorisierten Bekleidungs- und Accessoires-Marken sowie Ihrem Friseur, Ihrem Kosmetikinstitut und Ihrer Lieblingsboutique lange treu? Sie könnten der klassische Stiltyp sein!

Der klassische Stiltyp ist traditionell und eher konservativ. Sie oder er wirken immer elegant, zurückhaltend, niemals übertrieben emotional oder echauffiert. Niemals wird man sie oder ihn laut lachen hören oder wird sie oder er sich in Gesellschaft daneben benehmen. Das empfindet der klassische Stiltyp als unangebracht und niveaulos.

Diese Haltung spiegelt sich auch in Ihrer Bekleidung und Ihren Accessoires wider:

Sie wählen edle, traditionelle Materialien wie feine Wollstoffe, Seide, Leder und echtes Metall. Sie bevorzugen geradlinige, klassische Schnitte und Formen – sowohl bei Bekleidung als auch bei Accessoires. Sie bevorzugen klassische Anzüge oder Kostüme, Etuikleider mit passendem Mantel, im Winter klassisch geschnittene Blazermäntel.

Das gleiche gilt für die Accessoires: Damen tragen Pumps aus Leder, der Absatz ist nie zu hoche, Herren Brogues mit Budapester-Muster. Schuhe, Gürtel und Taschen sind aus echtem Leder, in klassischen, einfachen Formen gehalten, und nie übertrieben. Weder zu groß noch zu klein. Seidenhalstücher oder Schals können den Look ergänzen, klassische Stiltypen bevorzugen edles Schreibgerät, in Leder gebundene Notizbücher. Nie zu viel, nie übertrieben.

Ihre Farben sind im neutralen Bereich – Schwarz, Grau, Anthrazit, Beige, Braun, Navy, Taupe, Greige. Das unterstreicht Ihr elegantes Erscheinungsbild.

Muster werden sparsam eingesetzt, sie bevorzugen Uni. Wenn es doch einmal ein Muster sein darf, ein dezentes: zum Beispiel Nadel- oder Kreidestreif, Pepita, kleine Punkte, immer gerne Ton-in-Ton gehalten, niemals stark kontrastierend oder Schrill.

Schmuck ist dezent, echt, oft sogar teuer. zum Beispiel Brillantohrstecker oder der Solitär als Halskette; Uhren mit dezentem Zifferblatt und Lederarmband von traditionellen Herstellern. Auch hier gilt: nie zu viel, nie übertrieben.

Die Frisur ist ein Klassiker, wie der Bob. Langes Haar wird selten offen getragen, sondern gern als Chignon aufgesteckt. Herren tragen den klassischen Herrenkurzhaarschnitt, keinen Bart. Friseurtermine werden regelmäßig wahrgenommen.

Finden Sie sich hier wieder? Oder müssen Sie sich in Ihrem Beruf so präsentieren? Viele von uns repräsentieren mehrere Stiltypen, reine “Klassiker” sind gar nicht so oft anzutreffen, wie man zunächst den Eindruck hat. Viel öfter finden wir sie im Mix mit dem sportiven Stiltyp, den ich im nächsten Beitrag beschreiben werde!

Zum Schluß noch zwei bekannte Beispiele für den klassischen Stiltyp: Cary Grant und Grace Kelly

 

Was wirkt wie – schon mal nachgedacht?

Mit der Entscheidung über unser Image und unser Aussehen als kreative Ausdrucksmöglichkeit zu nutzen kommen eine ganze Fülle an Überlegungen auf uns zu. Welche Farben wollen wir tragen? Welche Kleidungsstücke? Bin ich Rock- oder Hosentyp? Gilt diese Frage inzwischen auch für (junge) Männer? Bin ich das wirklich, oder passe ich mich unbewußt nur dem Mainstream an? Will ich das so…? etc., etc., etc.

Neben unseren Kleidungsstücken wirkt sich auch unsere sog. “Habitus” – Auftreten, Sprache, Körpersprache – auf unsere Gesamterscheinung und damit auf unser Image aus. Hier stellt sich dann noch die zusätzliche Frage: passen Bekleidung und Habitus zusammen? Wenn nein, ist das Absicht (Was natürlich möglich ist!) oder ein unglückliches Versehen? Trägt das dazu bei, dass ich als unbeholfen, tolpatschig wahrgenommen werde, oder dass ich gar nicht ernst genommen werde?

Was ist also am wichtigsten zu klären: als erstes die Frage: “Wer bin ich?” – darüber sollten wir alle lang und gründlich nachdenken. Und dann die Frage: “Wie bringe ich diese, meine Essenz am besten zum Ausdruck?” – auch darüber lohnt es sich ausgiebig Gedanken zu machen. Und wenn ich diese Fragen geklärt habe mache ich mich ans Werk – ich erschaffe mein “Ich”, so wie ich wirklich bin.

Das kann mit Kleinigkeiten beginnen. Mit der Zusammenstellung von 2-3 Outfits, die ich als perfekt für mich empfide. Die richtigen Kleidungsstücke, die richtigen Farben. Darin sollten sie sich so richtig wohl fühlen. Und sie sollten alltagstauglich sein – für Ihren Alltag! StudentInnen werden etwas anderes als alltagstauglich empfinden als Berufstätige. Ältere Personen werden vielleicht andere Kleidung als angemessen empfinden als sehr junge. Es soll also genau für Sie das genau richtige sein.

Dann tragen Sie diese Outfits immer wieder. Beobachten Sie die Reaktion Ihrer Umwelt. Bekommen Sie komplimente? Fällt es Ihrer Umgebung auf, dass Sie sich wohl fühlen und Sie vielleicht entspannter wirken? Lassen Sie es auf einen Versuch ankommen! Ich wünsche viel Spass beim kreativen Gestalten und freue mich auf Rückmeldungen!

Und vergessen Sie nicht: es soll Spass machen! Sie haben sich beim ersten Durchgang geirrt? Kein Problem – Sie haben so viele Versuche, wie Sie brauchen. Und natürlich stehe ich Ihnen als Stylecoach gerne zur Seite!