Die große Auswahl – Segen oder Fluch? 3 Gründe, warum “zuviel” unseren Look nicht unbedingt verbessert.

Ich bin auf etwas interessantes gestoßen. Die große vielfalt an Möglichkeiten, die wir beim Einkaufen haben verbessert unseren Look nicht, ganz im Gegenteil – sie ist eigentlich der Grund, warum wir Kleider sammeln, eigentlich alles haben und trotzdem nie einen “Look”, einen “Stil”, ein stimmiges “Gesamtbild” zustande bringen. Warum? Weil wir anscheinend darauf gepolt sind, uns alle Optionen offen zu halten. Wozu führt das? Nun, zu den folgenden drei Dingen:

1) Wir kaufen, obwohl wir es eigentlich besser wissen sollten, immer wieder Dinge, die wir nicht brauchen

Eben aus diesem Grund: wir wollen uns Optionen offen halten. Wir wissen, dass wir in den letzten drei Jahren kein bauchfreies Shirt getragen haben, nicht einmal beim Sport. Auch keinen Plisseerock und auch keinen Schlapphut. Warum passiert es uns trotzdem, dass wir in der Hitze des Gefechts, beim Abverkauf zum Beispiel, genau diese Dinge mitnehmen, obwohl wir eigentlich ganz genau wissen, dass es Ladenhüter werden, die wir im nächsten Jahr wieder verschenken, verkaufen oder ganz einfach wegwerfen? Weil wir uns die Möglichkeit offen halten wollen, vielleicht doch so auszusehen, wie das schöne, elfenhafte Model im Bohéme-Look, das wir kürzlich in einem Modemagazin gesehen haben. Oder weil wir vielleicht doch noch beschließen, dass Plisseeröcke genau unser Ding sind. Ist das rational sinnvoll? Nein. Unser Hirn läßt sich leider trotzdem dazu verleiten.

2) Wir wissen, dass wir eigentlich zu viele Kleider haben. Aber sobald wir uns von etwas trennen, haben wir auch den Impuls wieder etwas dazu zu kaufen.

Auch hier schlägt die Sorge, zu wenig Auswahl zu haben voll zu. Wenn wir den Eindruck haben, dass wir zu wenig im Schrank haben, vermittelt es uns den Eindruck, wir brauchen was. Auch wenn wir auf einer rationalen Ebene wissen, dass wir die Teile, die wir weggegeben haben niemals getragen haben. Aber sie waren da! Besitz besitzt, daran führt kein Weg vorbei. Und der Nicht-Besitz der weggegebenen Kleidungsstücke kann uns ziemlich unrund machen.

3) Wir wissen im Grunde genommen genau, was unser Stil ist und wie wir aussehen wollen – geschafft haben wir es aber irgendwie noch nie.

Auch hier ist uns die Angst, uns eine Möglichkeit zu versagen im Weg. Wir wissen auf einer rationalen Ebene, was uns steht und was wir mögen. Wir greifen in unseren Kleiderschränken auch immer wieder zu den selben Stücken. (Untersuchungen haben ergeben, dass die meisten Menschen von allem, was sie in ihren Kleiderschränken haben, nur etwa 10% wirklich oft und gerne tragen…) Auf einer unbewußten Ebene und vor allem auch durch Verankerung von bestimmten “Looks”, die wir in der Werbung oder in den Medien sehen, weichen wir aber immer wieder von unserer eigentlichen Zielvorstellung für unseren Look, unser Image ab. So funktioniert Werbung: sie will uns davon überzeugen etwas zu kaufen, was wir gar nicht brauchen.

Na gut – was tun?

Nun ja, vielleicht sollten wir uns diesen Mechanismus jedes Mal bewußt vor Augen führen, wenn wir im Abverkauf vor einem anscheinend unwiderstehlichen Angebot stehen. Wir sollten jedes Mal gut überlegen, ob wir es wirklich brauchen oder ob wir nur dem Impuls folgen, uns Auswahlmöglichkeiten zu schaffen, die wir dann doch nicht nutzen werden. Und die uns Geld kosten. Machen Sie sich bewußt, dass Sie eigentlich wissen, wer Sie sind, und dass Sie all diese unnötigen Auswahlmöglichkeiten gar nicht brauchen. Sie wollen sich nicht verkleiden, sie wollen einen authentischen Look tragen, in dem Sie sich wohl fühlen. Natürlich passen wir uns regelmäßig ein bisschen an, wir verändern uns und damit verändert sich im Lauf der Zeit auch unser Image und unser Look. Das bedeutet aber nicht, dass ich jederzeit alle Möglichkeiten in meinem Schrank verfügbar haben muß. Veränderungen passieren nicht über Nacht, sondern im Laufe der Zeit – und wenn Sie jeden Tag einen ganz anderen Look vorführen und sich damit täglich ein ganz anderes Aussehen geben haben Sie keinen eigenen Stil, sondern einen Kostümball. Das unterminiert Ihren Wiedererkennungswert und Ihr Image. Stil muss nicht kompliziert sein, ganz im Gegenteil:

Mit den unsterblichen Worten von Coco Chanel: “Stil bedeutet, sich zum Einfachen zu bekennen. Einfachheit ist nicht Armut.”

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Basics vs. Stil-Essentials

Den eigenen Stil finden – eine interessante Reise zum authentischen “ich”

Viele Modezeitschriften, Bücher und Blogger empfehlen eine große Auswahl an sog. “Basics” – zeitlose Kleidungsstücke, gerne in Neutralfarben – und dann rund um diese durch besondere Einzelstücke und Accessoires einen “Stil” aufzubauen. Ich finde, das ist zu kurz gegriffen: das, was als “Basics” gehandelt wird, passt für mich nicht universell zu jedem Stil.

Ein Beispiel: ein schwarzes T-Shirt kann ein schlichtes, edles Teil aus Seidenjersey sein, ohne großen Aufputz, mit einem einfachen Rundhalsausschnitt – dann wäre es ein Teil für den klassischen Stil. Das gleiche T-Shirt aus Baumwolle ohne großen Schnickschnack, maschinenwaschbar und bügelfrei, wäre dem sportiven Stil zuzuordnen. Eine Dame mit romantisch-femininem Stil hätte vielleicht gerne ein T-Shirt mit Carmenausschnitt oder mit gerüschten Säumen. Und eine extravagante Zeitgenossin sucht etwas mit asymmetrischem Ausschnitt, auffälligen Cutouts oder einem auffälligen Material.

Das schwarze, schlichte T-Shirt ist also nicht unbedingt für jeden das “richtige” Basic – daher spreche ich nicht gerne von Basics, sondern von “Stil-Essentials”. Es kann sich bei einem Stil-Essential um ein zeitloses Teil handeln, es muss aber eben nicht. Je nachdem, was Dir selbst entspricht, sollte es ein passendes Stildetail enthalten. Das ist auch einer der Unterschiede zwischen Mode und Stil – einen Modetrend, der nicht Deinem authentischen inneren Ich und damit Deinem Stil entspricht, kannst Du getrost auslassen. Du wirst das “falsche” Teil vermutlich ohnehin nur ein paarmal tragen und dann wird es Deinen Kasten bevölkern und Platz verhängen.

Persönlicher Stil hat eben nichts mit Verkleiden zu tun!

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2019 Deinen Stil finden

Stil – was ist das eigentlich? Nun ja, nichts geringeres als die äußere Ausdrucksform Deines inneren selbst. Also etwas Wichtiges, oder?

Wenn Du Deinen Stil gefunden hast, wird jeder sofort einen authentischen Eindruck von Dir haben – und der erste Eindruck zählt, er ist nur sehr schwer zu korrigieren. Den ersten Eindruck von anderen Menschen machen wir uns innerhalb von 5-7 Sekunden. Die meisten Wahrnehmungen und Kategorisierungen laufen dabei unbewußt bzw. unterbewußt ab, aber sie sind in unserem Gedächtnis gespeichert.

Wer seinen Stil finden will, darf nicht erwarten, dass das von heute auf morgen passiert. Wie die französische Modedesignerin Sonia Rykiel schon im letzten Jahrtausend bei einem ihrer seltenen Interviews für ein Modemagazin festgestellt hat, muss man sich dafür sehr gut kennen und vielleicht einige Zeit vor dem Spiegel verbringen. Stell fest, was Dir passt und Dir gefällt – orientiere Dich nicht daran, was andere tragen, was Instagram-Models und Influencer präsentieren (die werden dafür bezahlt!), oder was gerade als “Must-Have” gehypt wird (auch daran verdienen nur die Modekonzerne schnell Geld). 

Wer seinen Stil finden will begibt sich auf eine ganz persönliche Reise. Oft ist der Weg das Ziel, und es ist spannend – weil Du Dich dabei selbst kennen lernst. Und: ist jetzt nicht ein wunderbarer Zeitpunkt, um Dich auf den Weg zu machen?

Und ein guter Anfang der Reise ist eine ganzheitliche Farb- und Stilberatung. Lass Dich überraschen, welche Qualitäten andere Augen in Dir erkennen – Du hast sie selbst vielleicht noch nie wahrgenommen!

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Hast Du ein “Markenzeichen”?

Coco Chanel hatte es. Karl Lagerfeld hat Es. Anna Wintour auch. Bei Diana Vreeland lassen sich ihre “Schaffensperioden” daran erkennen. Das Markenzeichen: ein Kleidungsstück, ein Accessoire, eine Frisur, – kurz etwas, das Dir einen Wiedererkennungswert verpasst.

Was hast Du immer dabei? Sonnenbrille? Die gleiche Handtasche jeden Tag? Halstuch oder Schal? trägst Du nur grüne Pullover? Die Möglichkeiten sind unendlich!

Es sollte etwas sein, dass Dich repräsentiert, nichts aufgesetztes. Wenn Du es spielst, merkt jeder, dass irgendwas nicht ganz richtig ist. Du mußt Dich nicht heute oder morgen für eines entscheiden, und für immer dabei bleiben. Lass Dir Zeit, überleg es Dir gut. Wenn Du Dich entschieden hast, behalte es für eine Weile bei und schau, was passiert.

Und vielleicht hast Du ja “Schaffensperioden”, wie Diana Vreeland.

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Eleganz ist Verweigerung

Das hat Diana Vreeland, die legendäre Chefredakteurin von Harper´s Bazaar gesagt: “Elegance ist Refusal”. Verweigerung von was?

Zum Beispiel, die Verweigerung von Trends, die nicht gut an Dir aussehen. Oder Farben, die Dir nicht stehen. Das Tragen von Schuhen, in denen Du weder stehen noch gehen kannst – und wenn sie noch so chic und “in” sind. Kurz: die Verweigerung von allem, was Dir Stil- und Modetechnisch nicht in den Kram passt

Was soll daran stilvoll sein? Nun ja, die persönliche Auswahl. Diese persönliche Auswahl reflektiert Dich als Person, Dich ganz allein, um es noch einmal ganz deutlich zu sagen: DICH. Eine gute Wahl, alle anderen Personen sind ohnehin schon da.

Was das nun mit dem Beitrag von letzter Woche zu tun hat? So ziemlich alles! Im eigenen Kleiderschrank zu Hause zu sein und sich selbst dort wieder zu erkennen ist praktisch die Grundlage für jeden persönlichen Stil. Der persönliche Stil hat ja auch oft etwas uniformartigesKarl Lagerfeld wird an seinem Outfit sofort erkannt. Nie trägt er etwas anderes. Sein Stil beruht darauf, das Alter auszublenden, das ist seine Marke. Genauso Coco Chanel. Immer, vor allem wenn sie “im Dienst” war, trug Sie ihr berühmtes Kostüm mit unmengen von Perlenketten. Sehr oft auch mit Hut – sie war ja ursprünglich Modistin. In der Freizeit trug sie gerne weite Hosen und einfache Pullis. Die Perlenketten und der Hut blieben. Sie hatte also mehr oder weniger zwei Uniformen, eine für die Arbeit und eine für die Freizeit, auch das ist eine Variante. Ein aktuelles Beispiel wäre Amy Winehouse. Die Beehive-Frisur und den auffälligen Lidstrich hat sie jeden Tag getragen. Dazu bei Auftritten Kleider und Highheels und für den Alltag Poloshirts und Jeans oder Hotpants mit Ballerinas. Immer erkennbar, unverwechselbar.

Ihr versteht was ich meine? Der persönliche Stil ist mein Markenzeichen, er macht mich unverwechselbar und wiedererkennnbar. Coole Sache, oder?

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Shop Your Closet – Bestandsaufnahme

Wo beginnen wir also das neue Jahr? Im eigenen Kleiderschrank.

Wie sieht es da aus? Aufgeräumt oder ein wildes Durcheinander? Hast Du den Überblick und weißt, was da ist, oder machst Du oft Überraschungsfunde?

Wenn Dein Schrank aufgeräumt und übersichtlich ist, wunderbar: Du kannst Dich sofort an die Bestandsaufnahme machen und feststellen, was Du hast, was Du im letzten Jahr getragen hast und was nicht, und wenn Du etwas nicht trägst, woran es liegen könnte.

Wenn Dein Kleiderschrank ein unübersichtliches Chaos ist: ab ans Aufräumen! Alles heraus, alles ansehen, alles anprobieren, alles was nicht passt oder irreparabel kaputt ist sofort aussortieren, den Rest übersichtlich zurück in den Schrank hängen und legen. Die Bestandsaufnahme kann dann gemeinsam mit dem Aufräumen erfolgen.

Es ist aufgeräumt, und du weißt, was da ist, und was Du trägst? Wunderbar! Auf diesem Wissen kannst Du jetzt aufbauen. Als erstes sehen wir uns die Dinge an, die Du nicht trägst. Die nimmst Du jetzt wieder aus dem Schrank und überlegst Dir bei jedem einzelnen, woran es liegt:

  • es ist irgendwie unbequem – wenn das ein Schneider (oder Du selbst!) ändern kann: machen lassen; wenn nicht oder wenn es nicht lohnt: weg damit – verschenken oder verkaufen
  • es passt irgendwie zu nichts von den anderen Sachen – entweder etwas passendes besorgen oder weg damit – siehe oben
  • es ist kaputt – wenn es reparabel ist und ein geliebtes Teil: reparieren (lassen) und behalten; wenn nicht: entsorgen
  • ich fühle mich in der Farbe nicht wohl – weg damit, Du wirst es nie tragen (verschenken oder verkaufen)
  • es ist ein Designerstück und war sehr teuer – wenn Du es nicht trägst und nicht ändern lassen kannst, es aber aufheben willst, nimme es aus dem Schrank und bring es irgendwoanders unter (Gratulation! Du hast soeben dein eigenes Modearchiv eröffnet!) – wenn Du es nicht unbedingt aufheben willst: verkaufen
  • es war ein Geschenk – auch hier gilt: wenn Du es nicht trägst und nicht ändern lassen kannst, aber es aufheben willst, ab ins Modearchiv – sonst: verschenken oder verkaufen
  • es ist alt und eigentlich total zerschlissen, aber ich hab es so gerne getragen – such einen perfekten Ersatz dafür; das ursprüngliche Stück darf gerne ins Modearchiv, wenn Du das nicht willst wirf es weg.
  • auch das Modearchiv darf einmal im Jahr durchgesehen und editiert werden!

Wir haben jetzt alle Voraussetzungen für ein erfolgreiches Stiljahr 2019 geschaffen! Nächste Woche machen wir weiter!

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Stil und Wirkung – der Umgang mit den 4 Stiltypen

So da stehen wir nun und wissen, da sind 4 Stiltypen. Was jetzt? Wie stehen wieder einmal vor der Frage wer bin ich, und wenn ja wie viele. Und dann weiter vor der Frage: und was mach ich jetzt damit?

Gleich als erstes: die wenigsten Menschen repräsentieren nur einen Stiltyp. Viele von uns sind “Mischtypen” – ich selbst zum Beispiel bin zu 50% Klassisch, zu 30% Extravagant und zu 20% Feminin. Gut so, ich bin nicht alleine mit meiner Schizophrenie 🙂 – eine gute Mischung trifft möglicherweise auch auf Sie zu. Was eher nicht der Fall ist, ist dass Sie alle 4 Typen repräsentieren. Versuchen Sie auch nicht, zu viele Stile gleichzeitig zu tragen, das wirkt meistens wahllos. Beobachten Sie sich selbst: was könnte auf Sie zutreffen? Sind Sie eher der Klassiker? Eher Sportiv? In welchem Mischungsverhältnis? Was ist wichtig für Sie? Form und Funktion? Ästhetik? Korrektheit? Auffälligkeit?

 

Versuchen Sie das Mischungsverhältnis in Prozenten auszudrücken und diesen Prozentsatz auf Ihre Kleidung umzulegen. Das ist zu theoretisch? Lassen Sie mich es anhand eines Beispiels erklären: Der klassische Blazer, den wir fast alle hin und wieder für berüfliche Anlässe brauchen:

Sie sind ein rein klassischer Typ: Ihr Blazer ist korrekt geschnitten, aus hochwertigem Material und hochwertig verarbeitet. Sie legen keinen Wert auf Deko, Schnickschnack oder extravagante Formen.

Sie sind ein sportiver Typ: Ihr Blazer ist aus pflegeleichtem Material, das Sie evtl. sogar selbst zu Hause waschen können. Auch Ihr Stück ist einfach gehalten, Sie legen vielleicht Wert auf Taschen bzw. Innentaschen, damit Sie nicht auch noch extra eine Tasche mitnehmen müssen. Ihr Rucksack macht sich bei beruflichen Anlässen ohnehin nicht so gut.

Sie sind ein extravaganter Typ: Ihr Blazer mag eine klassische Farbe haben, aber er könnte asymmetrisch geschnitten sein. Oder Details aus außergewöhnlichen Materialien haben, wie zum Beispiel Kragenblenden aus Lackleder oder Neopren. Wenn Sie extravagant-feminin sind, könnte Ihr Blazer Spitzeneinsätze haben. Auf jeden Fall einen Tick ins außergewöhnliche.

Sie sind der feminine bzw. detailgetreue Typ: feminine Damen mögen stark taillierte Formen, runde Krägen oder Schalkrägen, vielleicht eine Schößchenjacke. Detailgetreue Herren legen, wie die Bezeichnung des Stiltyps schon sagt, Wert auf Details. Zum Beispiel andersfarbig gearbeitete Knopflöcher oder besondere Knöpfe. Auf jeden Fall achten auch Sie auf hochwertige und/oder besondere Materialien.

 

Sie sehen die Vielfalt! Immer handelt es sich um einen Blazer, der zu beruflichen Anlässen getragen wird – aber die Aussage des Kleidungsstückes variiert für jeden Stiltyp.

Was tut der Mischtyp? Er versucht seine ureigenste “Mischung” in seinen Stil zu integrieren. Anhand von Material, Form, Muster, Details, Accessoires etc. Wie könnte das für den Blazer aussehen?

Wenn Sie zum Beispiel der klassisch-extravagante Typ sind: Sie wählen eine klassische Blazerform – aber aus einem außergewöhnlichen Material wie Leder. Oder in einer außergewöhnlichen Farbe, wie pink oder smaragdgrün. Oder gar zweifarbig.

Wenn Sie sportiv-feminin sind könnten Sie einen funktionalen Blazer mit einem femininen Accessoire wie zum Beispiel einer Blumenapplikation wählen.

Sie sehen was ich meine?

Versuchen Sie, “Ihre” Mischung herauszufinden, ihre Mischung in Prozentsätzen festzuhalten und Ihre Looks anhand dieser Prozentsätze zusammenzustellen. Seien Sie kreativ, lassen Sie sich überraschen!

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Stil und Wirkung: feminine und detailgetreue Stiltypen

Sie sind betont weiblich, entweder mädchenhaft oder sinnlich? Als Herr mögen sie verspielte Details und/oder Schmuck? Sie könnten der feminine (Damen) oder detailgetreue (Herren) Stiltyp sein! Hier unterscheiden sich Damen und Herren – der feminine Stiltyp bei der Dame und der detailgetreue Stiltyp beim Herren entsprechen sich zwar, sind aber getrennt zu behandeln.

Zuerst zu den Damen: der feminine Stiltyp

Sie wählen weiche, fließende oder auch zarte, transparente Materialien wie zum Beispiel Samt, Seidensatin, Organdy, Organza, Spitze oder Voile. Schnitte und Formen sind rund, fließend, Taillen- und/oder Decolleté-betonend. Sie mögen Volants, Applikationen, Spitzeneinsätze und Sie bevorzugen Kleider oder Röcke.

Bei Accessoires gilt für Sie: zierlich und an den richtigen Stellen. hängende (Glitzer-)Ohrringe, Kettenanhänger im Ausschnitt, Blumenbroschen. Schuhe und Taschen dürfen ebenso aus weichen, zarten Materialien bestehen: Wildleder, Samt, Spitze, Satin. Ballerinas, Riemchensandaletten, zarte Stiefeletten mit Spitzeneinsätzen, auch bei Ihrem Schuhwerk mögen Sie den femininen Touch. Bei Hamdtaschen darf es ein Samt- oder Wildlederbeutel sein, auf jeden fall bevorzugen Sie eine runde, weiche Form.

Bei Farben bevorzugen Sie vielleicht Helles oder Pastelltöne  – Rosa, Mint, Hellgelb, Hellblau, Cremtöne,… – oder auch Rot und Schwarz; ganz nach Laune und Anlass.

Muster werden neben unifarbenen Sachen gerne genommen, sie müssen aber fein, kontrastarm, weich gezeichnet und in dezenter Ausprägung sein. Kleine Punkte oder Maschen, Millefleur-Muster, Aquarellmuster wären das richtige für Sie.

Schmuck lieben Sie: dezent, weiblich und an den richtigen Stellen. Feine, aber lang hängende Ohrringe, ein einzelner Anhänger im Decolleté, Armreifen oder Armbänder, alles ist möglich, aber auch hier gilt: zart, weiblich, evtl. transparent.

Das gleich gilt für die Frisur. Weich, fließend, gewellt, gerne auch aufgesteckt. Die Haare werden gerne lang getragen, die Frisur darf auch für besondere Anlässe gerne aufwändig sein. Haarfarben werden eher dezent gewählt.

Der detailgetreue Herr:

Sie wählen seltene, edle, aufwendig verarbeitete Materialien, eventuell strukturierte Materialien – zum Beispiel Kravattenseide, Baumwolle mit gewebten Mustern, Cordsamt. High-Techn ist nicht unbedingt Ihr Ding, sie bevorzugen Naturmaterialien.

Accessoires sind wichtig für Sie: aufwändig verarbeitet, selten, gerne auch ein bisschen auffällig. Gürtel mit besonderen Schnallen, handgearbeitet Schuhe, evtl. aus Flechtleder oder Tassle-Loafers, gerne auch in nicht ganz alltäglichen Farben, Uhren mit sondergefertigten Lederarmbändern, gemusterte Seidenschals oder Gilets, die Auswahl ist für Sie unendlich. Sie tragen auch Fliegen und Hosenträger, vielleicht sogar farbig gemusterte Seidensocken.

Bei Farben bevorzugen Sie dezente, gedeckte Töne. Wenn es einmal bunter wird bleibt es insgesamt eher Ton-in-Ton und damit ruhiger.

Muster werden neben unifarbenen Sachen gerne genommen, sie mögen Prägemuster, Flechtmuster, Motivdrucke, Applikationen. Sie achten auf Details: ein Paisleymuster auf der Innenseite Ihrer Hemdmanschetten, passend zum Gilet, das Sie gerade tragen wäre ein gutes Beispiel.

Schmuck lieben Sie, gemauso wie Ihr weibliches Pendant: seltene Stücke, besonders in der Verarbeitung. Das dürfen Ringe, Uhren, Armbänder sein, bei jüngeren Herren vielleicht sogar ein dezenter Ohrring.

Ihr Haar tragen sie weich, fließend und verspielt. Sie mögen auch verspieltere Bartvariationen, aber nie so extrem wie der extravagante Stiltyp.

Zum Schluß noch zwei bekannte Beispiele für den femininen bzw. detailgetreuen Stiltyp: Miriam Weichselbraun und Hansi Hinterseer

       

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Stil und Wirkung: der extravagante Typ

Sie fallen gern auf und sind mitunter provokant? Sie tragen wohlüberlegte Looks und extremes Make-Up? Sie mögen auffällige, nicht alltägliche Materialien? Sie könnten der extravagante Stiltyp sein!

Der extravagante Stiltyp ist immer ein bisschen extrem. Auffallen macht Ihnen Spaß, sie sind dramatisch, sie stehen gerne im Mittelpunkt. Oder Sie sind extrem zurückhaltend um still – sehr unnahbar. Auch das kann extrem dramatisch wirken.

Diese Haltung spiegelt sich auch in Ihrer Bekleidung und Ihren Accessoires wider:

Sie wählen auffällige, ungewöhnliche Materialien wie Lackleder, Neopren, extrem glänzende oder extrem texturierte Stoffe. Schnitte und Formen dürfen extrem kompliziert sein – fast wie Origami – oder extrem simpel. Sie sind gerne ein bisschen provokant und passen sich nicht unbedingt dem Dresscode und / oder den Erwartungen an.

Bei Accessoires gilt für Sie: so auffällig wie möglich. Wenn es exotisch, aufregend, extrem in Farbe und Form ist, sind Sie dabei. Oder Sie sind das extreme Gegenteil und tragen gar keine Accessoires – Damen nicht einmal Handtaschen. Schuhe und Taschen dürfen aber ungewöhnliche Formen haben und aus ungewöhnlichen Materialien bestehen – Holz, Metall, Plastik, Recyclingmaterial, etc. – was zweckentfremdet werden kann wird benutzt.

Entweder lieben Sie Farben und tragen auch gerne ungewöhnliche Kombinationen – Rot mit Rosa, Violett mit Orange, alles ist möglich. Oder Sie tragen nur Schwarz. Oder nur Rot…

Muster werden neben unifarbenen Sachen gerne genommen, sie müssen aber unbedingt auffällig, kontrastreich, extrem groß oder extrem ungewöhnlich sein. Pop-Art-Muster, extrem grafische Muster, überdimensionale Blumen oder Karos in starken Kontrasten, Kunstprints.

Schmuck kann für Sie das A und O sein. Auch hier gilt: extrem, auffällig, gerne zweckentfremdet. Oder Sie verwenden überhaupt keinen – hauptsache extrem!

Die Frisur darf gewagt sein. Sowohl in der Farbe als auch im Schnitt. asymetrisch, sehr kurz oder sehr lang, sehr glatt oder sehr lockig. Das gleiche gilt für Ihr Make-up: extrem bunt, oder extrem grafisch, nur Schwarz, Weiß und Rot – hauptsache extrem und auffällig.

Der extravagante Stiltyp hat wie der sportive oft ein Problem: sein bevorzugter Look ist für viele Berufe nicht geeignet, vor allem im seriösen Bereich wie Banken, Versicherungen oder Anwaltskanzleien. Im sozialen Bereich ist er meistens nicht angebracht, aber auch im Verkauf ist der extravagante Look nur adäquat, wenn er zum angebotenen Produkt passt. Extravagenten Typen fällt es nicht immer leicht sich anzupassen, sie suchen daher immer Wege und Möglichkeiten, Ihre wahre Persönlichkeit auch in den Berufslook einfließen zu lassen – sonst würden sie sich unwohl und verkleidet fühlen.

Zum Schluß noch zwei bekannte Beispiele für den extravaganten Stiltyp: Amy Winehouse und Johnny Depp

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Stil und Wirkung: der sportive Stiltyp

Sie sind sportlich, fröhlich und viel unterwegs? Sie tragen eine unkomplizierte Frisur und wenig oder gar kein Make-Up? Sie bevorzugen unkomplizierte, pflegeleichte Kleidung? Sie könnten der sportive Stiltyp sein!

Der sportive Stiltyp ist natürlich / leger und eher praktisch veranlagt. Sie oder er wirken meistens fröhlich und unkompliziert, niemals zu auffällig oder übertrieben gestylt. Sie oder er sind ein gutgelaunter, unkomplizierter Kumpeltyp und fühlt sich in der freien Natur oder beim Sport wohl, gerne in Gesellschaft von Freunden oder SportpartnerInnen.

Diese Haltung spiegelt sich auch in Ihrer Bekleidung und Ihren Accessoires wider:

Sie wählen praktische, pflegeleichte Materialien wie Baumwolle, Funktionsfasern der Sportmode, Goretex oder aber auch Leder. Sie bevorzugen unaufwändige, praktische Schnitte und Formen – sowohl bei Bekleidung als auch bei Accessoires. Sie tragen gerne Jeans, Cargohosen, Windbreaker, Anoraks, T-Shirts, Teamsweater, Holzfällerhemden und tatsächliche Sportbekleidung (weil sie vom Sport kommen/zum Sport gehen).

Bei Accessoires gilt für Sie: nur wenn es notwendig und funktional ist, nichts Überflüssiges soll Sie stören. Das kann zum Beispiel eine Funktionsuhr sein, ein Strinband, ein Schal und/oder eine Mütze wenn es kalt ist. Das gilt sowohl für Damen als auch für Herren – bei dieser Stilrichtung ist viel unisex. Sie tragen am liebsten Sneakers oder Trekkingschuhe, im sommer auch Sportsandalen. Als Taschen kommen Rucksäcke oder sportliche Cross-Body-Bags in Frage, auch hier gilt: Funktionalität ist das Wichtigste.

Sie lieben Farben und tragen auch gerne buntes oder leuchtend gemustertes – Rot, Blau, Grün, Gelb, alles ist möglich. Sogar Neongelb oder Orange. Das unterstreicht Ihren fröhlichen, unbekümmerte Typ.

Muster werden neben unifarbenen Sachen gerne genommen, dürfen aber nicht zu verspielt oder unregelmäßig sein. Bunte streifen oder Karos auf Oberteilen, Hemden oder auch Rucksäcken/Taschen machen Ihnen Freude.

Schmuck ist für Sie keine Priorität. Auch hier gilt: nur wenn es praktisch oder funktional ist, wie zum Beispiel eine Funktionsuhr oder ein Halskette mit einem Pulsmesser oder einem Schrittzähler (ja, sowas gibt es).

Die Frisur ist wie Sie selbst: praktisch, unkompliziert, pflegeleicht. Ein Fall für “wash-and-go” – Sie wollen sich nach dem Duschen nicht föhnen oder stylen müssen. Das Haar wird entweder kurz getragen oder lange genug, um aus dem Gesicht gebunden werden zu können, damit es nicht zum Störfaktor wird.

Der sportive Stiltyp hat oft ein Problem: sein bevorzugter Look ist für viele Berufe nicht geeignet, vor allem im seriösen Bereich wie Banken, Versicherungen oder Anwaltskanzleien. Aber auch im Verkauf ist der sportive Look nicht immer adäquat. Daher werden viele sportive Stiltypen im Berufsalltag zum klassischen Typen – auch dieser Stil ist unprätentiös und einfach.

Zum Schluß noch zwei bekannte Beispiele für den sportiven Stiltyp: Christina Stürmer und Owen Wilson

      

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