Stil und Wirkung: der extravagante Typ

Sie fallen gern auf und sind mitunter provokant? Sie tragen wohlüberlegte Looks und extremes Make-Up? Sie mögen auffällige, nicht alltägliche Materialien? Sie könnten der extravagante Stiltyp sein!

Der extravagante Stiltyp ist immer ein bisschen extrem. Auffallen macht Ihnen Spaß, sie sind dramatisch, sie stehen gerne im Mittelpunkt. Oder Sie sind extrem zurückhaltend um still – sehr unnahbar. Auch das kann extrem dramatisch wirken.

Diese Haltung spiegelt sich auch in Ihrer Bekleidung und Ihren Accessoires wider:

Sie wählen auffällige, ungewöhnliche Materialien wie Lackleder, Neopren, extrem glänzende oder extrem texturierte Stoffe. Schnitte und Formen dürfen extrem kompliziert sein – fast wie Origami – oder extrem simpel. Sie sind gerne ein bisschen provokant und passen sich nicht unbedingt dem Dresscode und / oder den Erwartungen an.

Bei Accessoires gilt für Sie: so auffällig wie möglich. Wenn es exotisch, aufregend, extrem in Farbe und Form ist, sind Sie dabei. Oder Sie sind das extreme Gegenteil und tragen gar keine Accessoires – Damen nicht einmal Handtaschen. Schuhe und Taschen dürfen aber ungewöhnliche Formen haben und aus ungewöhnlichen Materialien bestehen – Holz, Metall, Plastik, Recyclingmaterial, etc. – was zweckentfremdet werden kann wird benutzt.

Entweder lieben Sie Farben und tragen auch gerne ungewöhnliche Kombinationen – Rot mit Rosa, Violett mit Orange, alles ist möglich. Oder Sie tragen nur Schwarz. Oder nur Rot…

Muster werden neben unifarbenen Sachen gerne genommen, sie müssen aber unbedingt auffällig, kontrastreich, extrem groß oder extrem ungewöhnlich sein. Pop-Art-Muster, extrem grafische Muster, überdimensionale Blumen oder Karos in starken Kontrasten, Kunstprints.

Schmuck kann für Sie das A und O sein. Auch hier gilt: extrem, auffällig, gerne zweckentfremdet. Oder Sie verwenden überhaupt keinen – hauptsache extrem!

Die Frisur darf gewagt sein. Sowohl in der Farbe als auch im Schnitt. asymetrisch, sehr kurz oder sehr lang, sehr glatt oder sehr lockig. Das gleiche gilt für Ihr Make-up: extrem bunt, oder extrem grafisch, nur Schwarz, Weiß und Rot – hauptsache extrem und auffällig.

Der extravagante Stiltyp hat wie der sportive oft ein Problem: sein bevorzugter Look ist für viele Berufe nicht geeignet, vor allem im seriösen Bereich wie Banken, Versicherungen oder Anwaltskanzleien. Im sozialen Bereich ist er meistens nicht angebracht, aber auch im Verkauf ist der extravagante Look nur adäquat, wenn er zum angebotenen Produkt passt. Extravagenten Typen fällt es nicht immer leicht sich anzupassen, sie suchen daher immer Wege und Möglichkeiten, Ihre wahre Persönlichkeit auch in den Berufslook einfließen zu lassen – sonst würden sie sich unwohl und verkleidet fühlen.

Zum Schluß noch zwei bekannte Beispiele für den extravaganten Stiltyp: Amy Winehouse und Johnny Depp

Stil und Wirkung: der sportive Stiltyp

Sie sind sportlich, fröhlich und viel unterwegs? Sie tragen eine unkomplizierte Frisur und wenig oder gar kein Make-Up? Sie bevorzugen unkomplizierte, pflegeleichte Kleidung? Sie könnten der sportive Stiltyp sein!

Der sportive Stiltyp ist natürlich / leger und eher praktisch veranlagt. Sie oder er wirken meistens fröhlich und unkompliziert, niemals zu auffällig oder übertrieben gestylt. Sie oder er sind ein gutgelaunter, unkomplizierter Kumpeltyp und fühlt sich in der freien Natur oder beim Sport wohl, gerne in Gesellschaft von Freunden oder SportpartnerInnen.

Diese Haltung spiegelt sich auch in Ihrer Bekleidung und Ihren Accessoires wider:

Sie wählen praktische, pflegeleichte Materialien wie Baumwolle, Funktionsfasern der Sportmode, Goretex oder aber auch Leder. Sie bevorzugen unaufwändige, praktische Schnitte und Formen – sowohl bei Bekleidung als auch bei Accessoires. Sie tragen gerne Jeans, Cargohosen, Windbreaker, Anoraks, T-Shirts, Teamsweater, Holzfällerhemden und tatsächliche Sportbekleidung (weil sie vom Sport kommen/zum Sport gehen).

Bei Accessoires gilt für Sie: nur wenn es notwendig und funktional ist, nichts Überflüssiges soll Sie stören. Das kann zum Beispiel eine Funktionsuhr sein, ein Strinband, ein Schal und/oder eine Mütze wenn es kalt ist. Das gilt sowohl für Damen als auch für Herren – bei dieser Stilrichtung ist viel unisex. Sie tragen am liebsten Sneakers oder Trekkingschuhe, im sommer auch Sportsandalen. Als Taschen kommen Rucksäcke oder sportliche Cross-Body-Bags in Frage, auch hier gilt: Funktionalität ist das Wichtigste.

Sie lieben Farben und tragen auch gerne buntes oder leuchtend gemustertes – Rot, Blau, Grün, Gelb, alles ist möglich. Sogar Neongelb oder Orange. Das unterstreicht Ihren fröhlichen, unbekümmerte Typ.

Muster werden neben unifarbenen Sachen gerne genommen, dürfen aber nicht zu verspielt oder unregelmäßig sein. Bunte streifen oder Karos auf Oberteilen, Hemden oder auch Rucksäcken/Taschen machen Ihnen Freude.

Schmuck ist für Sie keine Priorität. Auch hier gilt: nur wenn es praktisch oder funktional ist, wie zum Beispiel eine Funktionsuhr oder ein Halskette mit einem Pulsmesser oder einem Schrittzähler (ja, sowas gibt es).

Die Frisur ist wie Sie selbst: praktisch, unkompliziert, pflegeleicht. Ein Fall für “wash-and-go” – Sie wollen sich nach dem Duschen nicht föhnen oder stylen müssen. Das Haar wird entweder kurz getragen oder lange genug, um aus dem Gesicht gebunden werden zu können, damit es nicht zum Störfaktor wird.

Der sportive Stiltyp hat oft ein Problem: sein bevorzugter Look ist für viele Berufe nicht geeignet, vor allem im seriösen Bereich wie Banken, Versicherungen oder Anwaltskanzleien. Aber auch im Verkauf ist der sportive Look nicht immer adäquat. Daher werden viele sportive Stiltypen im Berufsalltag zum klassischen Typen – auch dieser Stil ist unprätentiös und einfach.

Zum Schluß noch zwei bekannte Beispiele für den sportiven Stiltyp: Christina Stürmer und Owen Wilson

      

Was wirkt wie – schon mal nachgedacht?

Mit der Entscheidung über unser Image und unser Aussehen als kreative Ausdrucksmöglichkeit zu nutzen kommen eine ganze Fülle an Überlegungen auf uns zu. Welche Farben wollen wir tragen? Welche Kleidungsstücke? Bin ich Rock- oder Hosentyp? Gilt diese Frage inzwischen auch für (junge) Männer? Bin ich das wirklich, oder passe ich mich unbewußt nur dem Mainstream an? Will ich das so…? etc., etc., etc.

Neben unseren Kleidungsstücken wirkt sich auch unsere sog. “Habitus” – Auftreten, Sprache, Körpersprache – auf unsere Gesamterscheinung und damit auf unser Image aus. Hier stellt sich dann noch die zusätzliche Frage: passen Bekleidung und Habitus zusammen? Wenn nein, ist das Absicht (Was natürlich möglich ist!) oder ein unglückliches Versehen? Trägt das dazu bei, dass ich als unbeholfen, tolpatschig wahrgenommen werde, oder dass ich gar nicht ernst genommen werde?

Was ist also am wichtigsten zu klären: als erstes die Frage: “Wer bin ich?” – darüber sollten wir alle lang und gründlich nachdenken. Und dann die Frage: “Wie bringe ich diese, meine Essenz am besten zum Ausdruck?” – auch darüber lohnt es sich ausgiebig Gedanken zu machen. Und wenn ich diese Fragen geklärt habe mache ich mich ans Werk – ich erschaffe mein “Ich”, so wie ich wirklich bin.

Das kann mit Kleinigkeiten beginnen. Mit der Zusammenstellung von 2-3 Outfits, die ich als perfekt für mich empfide. Die richtigen Kleidungsstücke, die richtigen Farben. Darin sollten sie sich so richtig wohl fühlen. Und sie sollten alltagstauglich sein – für Ihren Alltag! StudentInnen werden etwas anderes als alltagstauglich empfinden als Berufstätige. Ältere Personen werden vielleicht andere Kleidung als angemessen empfinden als sehr junge. Es soll also genau für Sie das genau richtige sein.

Dann tragen Sie diese Outfits immer wieder. Beobachten Sie die Reaktion Ihrer Umwelt. Bekommen Sie komplimente? Fällt es Ihrer Umgebung auf, dass Sie sich wohl fühlen und Sie vielleicht entspannter wirken? Lassen Sie es auf einen Versuch ankommen! Ich wünsche viel Spass beim kreativen Gestalten und freue mich auf Rückmeldungen!

Und vergessen Sie nicht: es soll Spass machen! Sie haben sich beim ersten Durchgang geirrt? Kein Problem – Sie haben so viele Versuche, wie Sie brauchen. Und natürlich stehe ich Ihnen als Stylecoach gerne zur Seite!

Styling – Aussehen – Look: warum legen wir so viel Wert darauf?

Weil wir können

Der Mensch ist das Lebewesen, das über sein Äußeres bestimmen kann. Er/Sie/Es kann bewußte Entscheidungen darüber treffen, wann er/sie/es was verwenden möchte, um seine Optik zu gestalten, um möglichst vorteilhaft auszusehen – für sich selbst oder für das Auge des Betrachters.

Weil wir uns gegenseitig betrachten und dabei bewerten

Was auch immer wir an einem bestimmten Tag entscheiden anzuziehen hat, sobald wir die Wohnung verlassen, eine Außenwirkung. Andere sehen und beobachten uns und ziehen aus unserer Kleidung bzw. aus unserer Gesamterscheinung (Haltung, Körpersprache, Stimmfarbe, etc. …) Rückschlüsse darauf, wer wir den sind – ob uns das nun gefällt oder auch nicht.

Sie schließen auf unseren soziale Stellung, auf unseren finanziellen Status, auf unsere Gesinnung, also praktisch alles Mögliche und Unmögliche. Diese (bewussten oder unbewussten) Rückschlüsse beruhen auf einer Art gesellschaftlichen Übereinkunft, auf sozial erlernten Erfahrungswerten (ich will es hier einmal so bezeichnen), die wir unbewusst von Kindesbeinen an beobachten und erfahren und daher ständig bei der Betrachtung und Bewertung unseres Gegenübers anwenden.

Die Kleidung und die dazu gewählten Accessoires sind also alles andere als unwichtig, sondern ein essentieller Bestandteil unserer täglichen Interaktion mit anderen Menschen, mit unserem Umfeld. Sie transportieren eine Botschaft, und wir sollen uns bewußt machen, welche Botschaft wir selbts eigentlich ständig mit uns herumtragen.

Weil wir darin auch eine kreative Ausdrucksmöglichkeit sehen

Die Tatsache, dass wir uns (zumindest in unseren Breiten 🙂 ) bekleiden müssen, um in der Öffentlichkeit aufzutreten, und dass wir anhand unserer Optik betrachtet und bewertet werden, ganz unwilkürlich, ob wir das nun wollen oder nicht, gibt uns aber die Möglichkeit, diesen Umstand bewusst mit einzukalkulieren. Wir können absichtlich und bewusst gesteuert ein Image kreieren, wir können in der Öffentlichkeit und in userem sozialen Umfeld jederzeit gezielt so auftreten, wie wir wahrgenommen werden wollen. Wir können meister unserer Erscheinung werden und uns als ganze Persönlichkeit authentisch ausdrücken. Nein, wir können nicht nur, wir sollen sogar! Es macht Spass!

Farbe und Stil

Neben den bereits besprochenen Farben – und Nichtfarben – gibt es noch viele, viele weiter – die Mischungsmöglichkeiten und die dabei entstehenden Nuancen kennen keine Grenzen.

Wie bereits festgestellt und bei den einzelnen Farben besprochen haben wir zu jeder Farbe bestimmte Assoziationen, manchmal archaischer Natur (Rot wie Blut) manchmal aufgrund unserer kulturellen und sozialen Herkunft (Schwarz bei Trauer, Weiß bei Hochzeiten, …). Diese Assoziationen werden einerseits für Warnungen, Hinweise und im Straßenverkehr benutzt: Stopschilder sind immer Rot – sie weisen auf Gefahr hin; Ausgäng oder Fluchtwege werden Grün gekennzeichnet – Grün bedeutet Sicherheit; Richtungspfeile sind oft Blau – sie ordnen. Genauso werden diese Assoziationen für die Produktwerbung verwendet – Putzmittel oder Hygieneprodukte sind daher meist Blau oder Weiß verpackt – weil wir diese Farben mit Ordnung und Sauberkeit in Zusammenhang bringen. Bioware wird Grün oder Braun verpackt – etc.

Dieses Wissen um die Wirkung der Farben und ihre psychologische Bedeutung kann nun auch für den persönlichen Stil eingesetzt werden. Genau damit werde ich mich in den nächsten Wochen beschäftigen: warum sind Business-Outfits in neutralen Farben gehalten? Wann und wo ist es gut mit Farbe im Outfit zu spielen? Wie kann ich bei einem öffentlichen Auftritt mehr Aufmerksamkeit erlangen? Was ist in welcher Situation angemessen? Was bedeuten Dresscodes und muss ich mich an den vorgegebenen Dresscode halten?

Wer Fragen hat, darf sie stellen! Ich freue mich auf Ihr / Euer Feedback!

Die “Nichtfarben” – Schwarz, Weiß und Grau

Ja, wir mögen sie und tragen sie oft und gerne. Wir bezeichnen sie auch als Neutralfarben. Die sogenannten “Nichtfarben” – sie heißen so, weil sie physikalisch durch additive (Weiß) oder subtraktive (Schwarz) Farbmischung zustande kommen, und man daher umgangssprachlich sagt, dass sie “alle Farben” enthalten. Grau liegt in vielen, vielen Abstufungen irgendwo dazwischen, Grau ist allerdings auch eine sogenannte “Fließfarbe”, das heißt, es kann eine dritte Farbe beigemischt sein, um dem Grau nochmals eine ganz andere Nuance zu verleihen. So gibt es Graus die ins Grün gehen oder ins Gelb, ins Blau, ins Braun oder ins Violett und so weiter. Je nach dieser Beimischung wird ein Grau auch wärmer (d.h. gelbstichig) oder kühler (d.h. blaustichig).

Schwarz wird gerne getragen. Es heißt, daß es immer elegant ist und schlank macht. Zum Teil stimmt das auch. Schwarz ist aber auch  die Farbe der Anarchie und des Todes und der Trauer (zumindest in unseren Breiten; in Südostasion ist oft Weiß die Trauerfarbe).

Weiß steht für Reinheit und Unschuld; die Braut trägt Weiß, auch wenn diese Mode erst von Königin Viktoria bei ihrer Hochzeit mit Albert von Sachsen-Coburg eingeführt wurde. Davor trug eine Braut einfach ihr bestes Kleid, und das konnte durchaus auch Schwarz sein. Aber weiß gilt auch  als steril und unnahbar. So tragen Ärzte zum Beispiel weiß.

Grau ist so ein Mittelding. Wie Beige steht es für Unauffälligkeit und Zurückhaltung.

Was aber allen diesen Farben – oder “Nichtfarben” – zu eigen ist: sie lassen eine lebhafte Farbe in in ihrer unmittelbaren Gegenwart noch mehr strahlen, sie heben den Kontrast. Schwarz und Weiß nebeneinander ist der stärkste Kontrast überhaupt, aber auch ein lebhaftes Pink, ein Gelb oder ein Blitzblau werden neben Schwarz oder Weiß verstärkt. Bei Grau ist der Effekt nicht so stark, es kommt hier sehr auf die verwendete Graunuance an. Wenn sie selbst ein kontrastreicher Farbtyp sind können Sie diesen Effekt nutzen und ihr eigenes Kontrastreichtum unterstreichen.

Reines, tiefes Schwarz oder sehr reines, strahlendes Weiß alleine stehen den wenigsten Menschen, hier ist oft eine sehr dunkles Espressobraun oder ein sehr dunkles Anthrazitgrau bzw. ein Cremeweiß oder Wollweiß besser. Ein passende hingegen Graunuance findet sich für jeden!

Alles im Grünen Bereich

Die dritte und letzte Sekundärfarbe ist Grün. Grün ist eine Mischung aus den Primärfarben Blau und Gelb und die Komplementärfarbe zu Rot – es liegt also in Ittens Farbkreis genau gegenüber von Rot:

Und bei den Komplementärfarben Rot und Grün haben wir Gleichstand erreicht: um gleich viel Rot wie Grün wahrzunehmen braucht das menschliche Auge nun halb Rot und halb Grün.

Auch hier gilt: Grün kann gelblastig sein, wie ein sommerliches Limonengrün, oder blaulastig wie Nilgrün oder Meergrün. Es kann durch Weiß aufgehellt werden, durch Beimischung von Grau gedämpft. Je gelblicher das Grün ist, desto schneller wirkt es allerdings “schlammig” wenn Grau, oder gar Schwarz beigemischt wird.

Grün ist Hoffnung, Leben, Wachstum. Darum wird es gerne für die Logos von Bioprodukten verwendet. Grüne Verkehrsampeln signalisieren uns freie Fahrt. Aber Grün ist auch Neid und Gift. wenn uns schlecht ist, werden wir “Grün im Gesicht”. Auch unreifes Obst ist Grün und noch nicht genießbar. Es gibt aber auch die Bezeichnung “Grüne Parfums” für herbe, krautige Düfte.

Bei Bekleidung hat Grün in unseren Breiten nie als besonders elegante Farbe gegolten. Das mag einerseits daran liegen, dass vor der chemischen Färbung kein wirklich haltbares Grün für Stoffe und Wolle erzeugt werden konnte – die pflanzlichen Grünfärbungen sind nicht besonders haltbar und bleichen im Sonnenlicht rasch aus. Außerdem erscheint es bei Kerzenlicht oft gelblich oder bräunlich und war daher für festliche Garderobe nicht wirklich geeignet. Grün ist aber bis heute eine beliebte Farbe im Wohnbereich – der Blick ins Grüne beruhigt und entspannt.

Nach Orange kommt Violett

Die zweite Sekundärfarbe ist Violett. Violett ist eine Mischung aus den Primärfarben Rot und Blau, sie ist die Komplementärfarbe zu Gelb – das bedeutet, dass Violett in Ittens Farbkreis Gelb genau gegenüber liegt:

Komplementärfarben erzeugen immer höchstmögliche Kontraste. Um jedoch gleich viel Gelb wie Violett wahrzunehmen braucht das menschliche Auge aufgrund der verschiedenen Helligkeitswerte zu 1/4 Gelb aber dafür zu 3/4 Violett.

Violett kann mehr ins Rot oder mehr ins Blau tendieren, je nach Mischungsverhältnis. So gibt es sowohl das sehr kühle Violett des Lavendels als auch das viel wärmere, rötlichere Violett der Erika-Pflanze (z.B. in den Schottischen Highlands). Auch violett kann durch die Beimischung von Weiß oder heller oder durch die Beimischung von Blau, Grau oder Schwarz dunkler gemacht werden. So gibt es ein sehr helles Flieder und ein sehr tintenfarbenes, fast ins Schwarz gehendes Violett.

Wie Orange ist Violett in unseren Breiten keine besonders beliebte Farbe, Violett wird mit Mystik, Magie und Zauberei assoziiert – oder aber oft auch mit Klerikalismus und Bigotterie. Violett hat auch politische Assoziationen, es wird sowohl der Homosexuellenbewegung als auch dem Feminismus zugeordnet.

Wenn Sie jedoch Violett mögen und es zu Ihrer Farbpalette gehört tragen sie Violett – bleiben Sie sich jedoch seiner Aussage bewußt: mystisch, geheimnisvoll, im verborgenen existierend, magisch – vielleicht die richtige Farbe für ein Abendkleid?

Die erste Sekundärfarbe – Orange

Die drei Prinärfarben, Rot, Blau und Gelb, haben wir besprochen – wenden wir uns also den Sekundärfarben zu: Orange, Violett und Grün.

Als Erstes die Farbe Orange. Orange ist eine Mischung aus den Primärfarben Rot und Gelb, sie ist die Komplementärfarbe zu Blau (das bedeutet, dass Orange in Ittens Farbkreis Blau genau gegenüber liegt:

Komplementärfarben erzeugen immer höchstmögliche Kontraste. Um jedoch gleich viel Blau wie Orange wahrzunehmen braucht das menschliche Auge aufgrund der verschiedenen Helligkeitswerte zu 2/3 Blau und nur zu 1/3 Orange.

Orange ist eine absolut warme Farbe, es ist unmöglich ein “kühles”, also blaustichiges Orange zu erzeugen. Sobald auch nur eine Spur Blau zu Orange gemischt wird entsteht eine schlammige Tertiärfarbe (das ist nicht so bei Gelb, “kühlere” Gelbtöne können erzeugt werden, auch wenn sie ins grünliche gehen – z.B. Zitronengelb oder Limone, das noch mehr ins Grün geht). Orange kann nur durch die Beimischung von Weiß oder Gelb heller oder durch die Beimischung von Rot dunkler gemacht werden.

Orange ist in unseren Breiten keine besonders beliebte Farbe, viele Menschen würden sie als Kleidung niemals tragen. Das mag auch daran liegen, dass sie vielen Europäern gar nicht steht. Um Orange erfolgreich als Kleidungsfarbe einzusetzen ist eine ausgesprochen warmes, dunkles oder klares Kolorit notwendig. In indischen Saris ist sie daher sogar ziemlich oft zu sehen. Wenn Sie jedoch zu den warmen oder klaren Farbtypen gehören, können Sie sich zumindest an orangefarbene Accessoires oder Muster mit Orangeanteilen heranwagen – das könnte ein Gewinn sein!

Aber behalten Sie dabei immer im Hinterkopf: Orange wirkt ähnlich wie gelb: offen, fröhlich und verspielt. Aber genauso wie gelb wirkt es auch niemals seriös oder zuverlässig – in Business-Outfits sollte es daher am besten gar nicht oder, genauso wie gelb, nur als kleiner “Hingucker” eingesetzt werden, zum Beispiel in einem Schal oder einer Kravatte.

Die Farbe Gelb

Gelb – die dritte und letzte Primärfarbe, Helligkeit, Licht, Sonnenschein. Aber auch: Launenhaftigkeit, Unstetigkeit, Kindlichkeit.

Die Farbe Gelb ist die Farbe, in der wir das Lebensnotwendige Sonnenlicht wahrnehmen. Bitten Sie ein Kind die Sonne zu malen – es wird automatisch und ohne nachzudenken zu einem leuchtenden Sonnengelb greifen.

Neben Sonnengelb kennen wir aber auch noch Bananengelb, Vanillegelb und Zitronengelb. Das Gelb der Sonnenblume und Schwefelgelb. Gelb zieht Insekten an, es kann daher ungünstig sein, Räume gelb zu streichen!

Gelb ist eine warme Farbe – so wie sich  jede Farbe durch die Beimischung von Blau abkühlt wärmt sich jede Farbe durch die Beimischung von Gelb auf! Wobei es durchaus kühlere Gelbtöne gibt, so wie zum Beispiel das leuchtende Zitronengelb oder ein sehr helles Bananengelb.

Sie wollen offen, fröhlich und verspielt wirken? Wählen sie Gelb! Aber bleiben Sie dabei in dem Bewußtsein, dass Gelb niemals seriös oder zuverlässig wirkt – in Business-Outfits sollte es daher am besten nur als “Hingucker” eingesetzt werden, zum Beispiel in einem Schal oder einer Kravatte.